Sonntag, 29. Januar 2012

Keine Zeit

Oder, um es mit den Worten anderer zu sagen: 

I'm late / I'm late / For a very important date. / No time to say "Hello, Goodbye". / I'm late, I'm late, I'm late.


Zwar könnte ich in der Tat zumindest für 10 kleine Minuten immer mal was schreiben. Allerdings ist bereits das Bemessen von Kommunikation nach Zeit ein Fehler. Und zwar schon fast ein "typisch Deutscher". Am Ende meines Lebens werde ich wohl nicht mein Dasein nach der Summe der gesparten Zeit bewerten, sondern nach der Anzahl und Tiefe der zwischenmenschlichen Kommunika- und Interaktionen, wozu nun mal neben Live-Treffen auch Nachrichten, Mails und sowas wie das hier  gehören.  Daher verwende ich eines der Lieblingsworte, die unsere geliebte Federal Reserve Bank des Öfteren äussert: Der derzeitige Zustand ist transitory

Freitag, 2. Dezember 2011

Der Leviathan I

Der Staat wurde von einem losen Haufen von Menschen ("Gesellschaft") in Übereinkommen gegründet, damit er sich um verschiedene Angelegenheiten dieser Menschen kümmert. Dazu gehören eine einheitliche Rechtssprechung (dass A nicht B zum Tode verurteilt, während für das gleiche Verbrechen D an C nur ein Entschuldigungssschreiben schicken muss), sowie die Verteidigung der Gesellschaft selbst, sowohl gegen innere als auch äussere Feinde. Im Gegenzug hat sich die Gesellschaft dazu bereit erklärt, Arbeit zu leisten, um den Staat zu unterstützen. Heute geschieht das zumeist durch Steuern als direkter Gegenwert von Arbeitsleistung, aber auch die Wehrpflicht ist an sich eine Unterstützung des Staats.

Um den Staat so gerecht wie möglich zu gestalten, haben die Menschen ihr Recht auf "Anwendung von Gewalt" nahezu vollständig abgegeben und ihr Selbstverteidigung und Schutz ihres Eigentums nahezu vollständig dem Staat unterworfen.

Der Staat ist damit ein Konstrukt, was dem Übereinkommen der Gesellschaft entspringt (er basiert auf dem "Staatsvertrag") und welcher als alleinigen Zweck den Schutz seines Volkes hat.

Was passiert aber nun, wenn der Staat "vergisst", dass er lediglich ein Mittel zur Interessenbefriedigung seiner zugrundeliegenden Gesellschaft ("des Volkes")  ist? Er beginnt, sich als eigene Entität zu begreifen und entwickelt einen eigenen Willen.

Er beginnt, sich in die Angelegenheiten der Bürger einzumischen. Er erlässt Gesetze, die einigen Agenten (Erfüllungsgehilfen) des Staates (also z.B. Politikern) zum Vorteil gereichen. Damit verletzt er seinen eigentlichen Zweck, zu welchem er gegründet wurde und schadet seinem Volk. Denn jeder Vorteil für eine Menge von Menschen ist gleich einem Nachteil für alle anderen Menschen.

Dadurch entstehen Ineffizienzen im Staatsbudget und der Staat ist gezwungen, auf Dauer die Arbeitsbeitrag seiner Bürger (=Steuerlast) zu erhöhen.
Er tut dies unilateral, also ohne Zustimmung seines Volkes, und verletzt damit ein zweites Mal seinen  Gründungsvertrag, denn der Vertrag wurde gegründet in der Annahme fixer Kosten. Steigen nun die Kosten für den einzelnen Menschen in der Gesellschaft durch Gründung des Staates, kann es sein, dass ab einem gewissen Zeitpunkt der Staat für den Menschen nicht mehr lohnenswert ist. Mit anderen Worten, es ist für den Menschen teuer, einen Staat zu finanzieren, als sich eine Sicherheitsfirma zu leisten, welche die Aufgaben des Staats übernimmt.
Öfter noch werden die vom Staat sich selbst auferlegten Aufgaben (wie uneinheitliche Wirtschaftsgesetzgebung zum Vorteile weniger) von den Menschen nicht toleriert und sie sehen (legitimiertweise) keinen Grund, für etwas zu bezahlen, wofür sie keinen Gegenwert bekommen, im Regelfall sogar schaden nehmen.

Der Unmut der Menschen wächst und es stehen mehrere Optionen zur Auswahl, um die Anmassung des Staates zu überwinden.

  • Der Mensch kann sich entscheiden, dem Staat kein Geld zur Verfügung zu stellen. Landläufig als "Steuerhinterziehung" bekannt, ist es auch ein Mittel, den Staat in seinem Wirkungsradius einzudämmen. 
  • Der Mensch kann aktiv gegen den Staat vorgehen und versuchen, den Staatsvertrag zu ändern.
  • Der Mensch kann fliehen, in der Hoffnung, dass er anderen Staatsverträgen beitreten kann, welche in seinen Augen gerechtere Bedingungen für den einzelnen darstellen.
Ich werde im Folgenden die drei Punkte in ihrer Reihenfolge passiver Widerstand, aktiver Widerstand und Flucht nennen.

Passiver Widerstand ist die angenehmste aller Möglichkeiten, denn man kann in seiner gewohnten Umgebung bleiben und hat ein geringes Risiko, vom Staat als Dissident erkannt zu werden.
Grundlage für die Steuerhinterziehung ist der legitime Gedanke, dass wenn der Staat unilateral die Steuern erhöhen kann, die Person diese auch unilateral wieder senken kann. Problematisch ist der Ansatz, weil das Kräfteungleichgewicht zwischen Staat und Person gross ist. Der Staat hat das Gewaltmonopol und kann durch Androhung oder Anwendung von Gewalt die Person zur Zahlung der Steuern nötigen. Erneut würde es sich hierbei um die Verletzung des Staatsvertrags handeln, da der Staat sich selbst über die Interessen seines Volkes stellt und die unilaterale Staatsvertragsänderung durch sich selbst akzeptiert, aber die seines Staatsbürgers nicht. Damit erklärt er, dass er nicht mehr blosses Mittel, sondern eine eigenständige Entität ist.
Viel öfter als Gewaltanwendung wählt der Staat die Verletzung von Eigentumsrechten und nimmt sich, was er braucht. Immobilien können dem Zugriff des Staates z.B. durch Flucht nicht entzogen werden, aber durchaus Kraft Gesetzes dem Eigentum des Bürgers. Der Staat eskaliert damit die Auseinandersetzung und provoziert aktiven Widerstand, um die Verleztung der Eigentumsrechte zu verhindern.
Die beiden möglichen Reaktionen des Staates auf passiven Widerstand zeigen, dass es auf langfristig unmöglich ist, dem Staat gegenüber passiv Widerstand zu leisten, es sei denn man verzichtet auf Eigentum und evtl auch persönliche Freiheit im Zugriffsbereich des Staates.

Das aktive Vorgehen gegen das Kräfteungleichgewicht erfordert den Einsatz eigener Ressourcen ist daher wesentlich risikobehafteter. Eine legale Auseinandersetzung vor der Justiz des Staates ist zeit- und ressourcenintensiv und ist dazu verdammt zu scheitern, da die Justiz auf Grundlage der Gesetze des selben Gesetzgebers zu entscheiden hat, der die unilaterale Staatsvertragsänderung zu verantworten hat. Man geht gewissermassen gegen die rechte Hand des Staates vor und verlangt deren Verurteilung vor der linken Hand.
Ein Vorgehen ausserhalb des gesetzlichen Rahmens erfordert hingegen Anwendung von Gewalt gegen die Agenten des Staates, die selbiger zu seiner Verteidigung heranziehen wird. Damit ist man offiziell Terrorist.

Vorläufiges Fazit:

  • Nur durch Flucht kann man sich der Verselbstständigung des Staates entziehen.
  • Passiver Widerstand kann die Verselbstständigung des Staates bremsen, aber nicht verhindern.
  • Aktiver Widerstand im Rahmen der Gesetze ist unmöglich. Das hat die Klage der Professoren gegen den Euro Bailout gezeigt. http://www.euractiv.de/finanzen-und-wachstum/artikel/euro-urteil-verfassungsbeschwerden-zurckgewiesen-005339  Zur Lektüre zum Thema empfehle ich Peter Boehringer, welcher trotz teilweisem emotionalen Überhangs ausgezeichnet dokumentiert http://www.goldseitenblog.com/peter_boehringer/index.php/2011/09/07/nicht-im-namen-des-volkes-ii
  • Aktiver Widerstand im Rahmen des ethisch und moralisch Vertretbaren ist ebenfalls unmöglich, wie Julian Assange zweifelsohne beweist. In diesem Fall mag es sein, dass Gesetze gebrochen werden, mit Sicherheit sind aber dann die Gesetze zu untersuchen und nicht die Äusserung von Fakten über den Staat. Assange wird bewusst kriminalisiert und als Terrorist bezeichnet, obwohl er keine Person direkt oder indirekt verletzt oder Sachen zerstört hat.
Willkommen im 21. Jahrhundert.

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Die Vergangenheit meiner Grossväter

So, weil mich das schon seit Jahr und Tag aufregt, gleich nochmal was Politisches.

Dies ist vielleicht ein wenig mehr als Provokatives Statement zu verstehen denn als eigentlicher Debattenbeitrag. Jedenfalls bin ich es langsam satt, dauernd irgendwelche Nazi-Vergleiche vermeiden zu müssen. Es scheint, als gäbe es in Deutschland heute nichts Schlimmeres, als wenn man nicht 100%ig klarmacht, dass man kein Nazi ist.

Vermutlich kennt jeder einzelne von Euch ca 10 Beispiele. So muss man heute in der Aussenpolitik klarmachen, dass man die Juden gut findet, nur damit man Israel kritisieren kann. Und selbst dann behält sich die israelische Regierung sowie der Zentralrat der Juden vor, das einfach zu ignorieren und einen trotzdem Rassisten oder Antisemit zu bezeichnen. In Deutschland ist es mittlerweile soweit, dass niemand mehr Israel kritisiert, obwohl der Staat die Liste der kritisierenswertesten Staaten nahezu anführt und nur aufgrund seiner geringeren Grösse dazu verdammt ist, weniger Unheil auf dieser Welt anzurichten als die USA.

Ähnlich ergeht es anderen Menschen, die als Chefredakteur einer Bundeswehr-Uni-Zeitung meinen, dass Frauen schlechter zum Wehrdienst geeignet seien als Männer. Nun, obwohl er (aber das soll hier nicht Gegenstand der Debatte sein) mMn Recht hat, ist es offenbar trotzdem heutzutage ein Unding, seine Meinung zu äussern, insbesondere, falls vor 70 Jahren schonmal jemand die gleiche Meinung gehabt hat.

Zuguterletzt hängen irgendwelche Leute mitten im Nirgendwo Plakate auf, auf denen Adolf Hitler zu sehen ist, verziert von der Frage "Kennt jemand diesen Mann?". Auch hier ermittelt die Polizei, denn offenbar darf ich Adolf Hitler nicht auf Postern irgendwo anbringen (die Polizei ermittelt wegen Verwendung von Kennzeichnen verfassungswidriger Organisationen), wohl aber Karl Dall. Abgesehen davon, dass das Diskrimierung ist, ist es lächerlich.

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/erding/hitler-plakat-in-taufkirchen-bei-erding-nicht-spassig-polizei-sucht-weiter-den-titanic-taeter-1.1223621

Ich habe damit nichts zu tun, ich kenne keinen Nazi (ausser evtl den vom Plebs für rechtsradikal befundenen Herrn Böcker), mein Vater war keiner und meine Grossväter waren keine. Punkt.
Ich kritisiere Israel, wie es mir passt, mir sind Juden genauso egal wie Christen und Atheisten. Aber am wenigsten werde ich mich für irgendwas schämen, was ich nicht gemacht habe.
Ich habe den Entschluss gefasst, mich nichtmehr für irgendwelche dummen Nazi-Sachen zu rechtfertigen. Falls mich jemand dann als Nazi bezeichnet, wenn ich meine, dass Israel ein Unrechtsstaat ist, weiss ich auch gleich, mit wessen Geistes Kind ich es zu tun habe.

Montag, 28. November 2011

Gründe

Zur Zeit geht's gerade heiß her auf den Weltmärkten und in der Politik und deswegen muss ich erstmal ein paar Basics loswerden.
Also, egal welche Summe man welchen Schuldnern gibt, sie bleiben Schuldner. Es gibt keine Nation der Welt, die die Schulden der Nationen oder der Banken übernehmen können. Jeder Euro, der für eine Bank oder für einen Staat als Nothilfe gegeben wird, wird den Gebenden fehlen. Und die Gebenden sind nicht etwa die Staaten, sondern die Steuerzahler. Alles, was wir an Geld = Kaufkraft nach GR & Co. schicken, wird an Kaufkraft in D fehlen.
Sollte die Rechnung nicht sofort kommen, so kommt sie in wenigen Jahren, dann aber mit Zinsen.

Damit ist die Situation in Europa unlösbar und die Banken und Staaten müssen bankrott gehen. Das ist nicht, wie allgemein behauptet, das Ende der Welt, sondern eine ganz normale Sache. Siehe Russland 99, Argentinien 01 und Island 08 (wenn ich mich recht entsinne). Das letzte Mal, als ich nachgekuckt hab, waren die Staaten jedenfalls noch auf der Landkarte und von Hungersnöten hab ich auch nichts gehört.
Wer sein Geld den schlechtesten Schuldnern gibt, muss damit rechnen, dass sie es nicht zurückbezahlen. In diesem Sinne ist es nur fair, dass es die trifft, die das Geld dem Schuldner gegeben haben und nicht die, die zufällig mit dem Gläubiger im gleichen Land wohnen. Dank der Regierung dürfen die Gläubiger, die wirklich ihre Dummheit bereits bewiesen haben, diese nun erneut in Taten umsetzen, aber nicht mit deren Geld, sondern mit dem der Steuerzahler.

So, all das nützt uns jetzt wenig, wichtig ist eher zu wissen, was wohl passieren wird. Ich habe mal in meine Glaskugel geschaut und werde an der Stelle mal prognostizieren, was passieren wird. Ich bitte darum, mich an diesen Tatsachen zu messen.

Kurz bis mittelfristig wird es einen Krieg geben, vermutlich gegen Syrien und den Iran. Ein bisschen ging es ja schon los, die USA verlegt ständig Kriegsschiffe und Nuklearkraftwerke explodieren plötzlich. Ablenkung von der Krise tut jedenfalls Not.
Wie bereits erwähnt, glaube ich auch, dass Geld gedruckt wird, bereits in wenigen Monaten. Diesmal vermutlich in einer global konzertierten Aktion zwischen Fed, EZB und IMF. Gold, Silber und Aktien steigen, weil die Leute nach und nach spitzkriegen, was passiert. Die Zentralbanken haben ein Interesse an niedrigen Preisen der Edelmetalle (Verschleiern der Inflation) und werden daher die Preise zu drücken versuchen. Es wird zu knallharten Einbrüchen kommen, speziell in Silber, da der Markt klein ist (siehe 2. Mai 2011). Am Ende steht ein Zusammenbruch der Edelmetallmärkte - das Angebot wird klein und die Nachfrage riesig sein. Es wird schwierig sein, am Gold oder Silber zu kommen.

Da die Menschen nicht nur monetär, sondern auch anderweitig fliehen werden, werden sich die Einwanderungsgesetze verschärfen, speziell in den Schwellenländern. Außerdem werden Ausfuhrverbote über Edelmetalle und Werten zunehmen, bis hin zu Kapitalkontrollen.
Weiterhin werden die Steuern auf Immobilien und andere unflexible Sachwerte erhöht werden. All das wird unter dem Deckmantel von "die bösen Spekulanten, Hausbesitzer, Unternehmer" passieren und das Wirtschaftssystem wird planwirtschaftlicher. Die Not wird damit größer und daher auch der Widerstand der Bevölkerung. Die Widerständler werden seitens des Staates infiltriert und diskreditiert werden und teilweise auch als Terroristen behandelt. Der Staat wird sich gegen seinen Untergang wehren.

Am Ende, irgendwann in dieser Dekade, werden alle Währungen in der Hyperinflation aufgehen, insbesondere der Yen, das Pfund, der Dollar, der Schweizer Franken und der Euro. Ankündigen wird sich das ganze durch geschlossene Banken, die ihren Kunden nicht mehr in vollem Umfang  erlauben, ihr Geld abzuheben.

Soweit dazu, die ersten, die Auswandern, werden noch am besten wegkommen. Viel Spaß!

Samstag, 26. November 2011

Moderne Zeiten

Da mein Umgang zu Teilen aus Menschen besteht, die Facebook ablehnen und das, was man in Chats "RL" nennt, höher wichten als das virtuelle Leben, hier ein paar Bilder, die diesbezüglich so umherkursieren.

Man kann ja davon halten, was man will, aber die Faktenlage ist zumindest eindeutig.


Früher: Wer hat die Welt erschaffen, Papi? Gott ist die Antwort, mein Junge!
Heute: Wer hat die Welt erschaffen, Papi? Google hat die Antwort, mein Junge!


Vor 15 Jahren vs Heute
Musik hören, Filme ankucken, Mit Freunden reden, Nachrichten lesen, Musik machen, Masturbieren



Früher: Mami, ich geh zum Fussball 
Heute: Mami, ich bin schon beim Fussball.






Geburtstage früher: Schaut mal, wie viele Geschenke!
Geburtstage heute: Schau mal einer an, wieviele Freunde in Facebook an mich gedacht haben.



Vor 10 Jahren: Pling, eine eMail ist angekommen.
Heute: 91239 ungelesene Mails, 90% verlängere Deinen Penis.

In 100 Jahren hat sich vieles in der Bildung in Portugal verändert.
1911: Was sind das denn für Noten? 
2011: Was sind das denn für Noten? 
 


(selbsterklärend)


Mittelalter: Beweist, dass Ihr mich liebt! Töte einen Drachen, vier Bären und einen Wal
30er Jahre: Beweis, dass Du mich liebst. Erbitte meine Hand zur Hochzeit vor meinem Vater. 
Heute: Beweis, dass Du mich liebst. Ändere Deinen Status in Orkut (soziales Netzwerk), sofort!


Gestern vs Heute:
Japan, USA, Deutschland, Brasilien

Kinderfest 1990 vs Kinderfest heute
("Heilige Mutter Gottes")

Mittwoch, 23. November 2011

Na sowas

Jetzt ist schon eine Woche vergangen und ich habe noch garnichts geschrieben. Das liegt daran, dass  ich weder seltsame Tiere gesehen habe noch irgendeine alemannische Festivität besucht habe. Auch geldtechnisch hat sich noch nichts geändert und das einzige, was wirklich interessant ist, ist zZ die Weltschwirtschaft.

Und die stinkt.

Meine grosse Befürchtung ist, dass in Europa bald alles zusammenbricht. Und um das zu verhindern, haben die verantwortlichen Politiker zwei Auswegen zur Wahl. Entweder sie Drucken kein Geld und werden verantwortlich gemacht für Massenarbeitslosigkeit und den Zusammenbruch der Wirtschaft und Währungsunion. Oder sie drucken Geld und überleben damit ihre Legislaturperiode und können dann im Anschluss auf den nächsten Machthaber zeigen, dessen Schuld es dann war, die Wirtschaft zugrundezurichten.

Was Politiker in dem Fall tun, kann sich jeder selbst ausmalen. Wichtig ist, dass sich jeder langsam im Klaren darüber ist, dass entweder die Wirtschaft zusammenbricht oder Geld gedruckt wird, die Sparer damit enteignet und daraufhin die Wirtschaft zusammenbricht.

Das Ganze soll aber garnicht Ziel des Posts sein, sondern einfach nur folgende Sammlung an praktischen Tips, welche ich für mich persönlich seit ca 2008 befolge.

1. Schliesst keine langfristigen Verpflichtungen ab. Die Inflation vernichtet das Sparguthaben. Dazu gehört jedwede Form einer nicht inflationsfest besichertern Anlage, insbesondere Renten und Lebensversicherungen. Ich selbst habe Dez 2008 alle Lebensversicherungen bei 50% Abschlag gekündigt.
2. Macht keine Schulden. Im unwahrscheinlichen Extremfall kommt es zu einer Deflation wie 1930 und die Zinsen steigen ins Uferlose.
3. Verhindert vom Staat nachvollziehbare Anlagen - Immobilien und andere Anlagen wie zusätzliche Renteneinzahlungen werden mittelfristig von den Staaten als Guthaben verwendet werden. Ersteres ist bereits der Fall in GR, letzteres in Japan, Frankreich und Ungarn.
4. Haltet Vorräte an Bargeld. Es klingt zwar komisch, aber es ist wirklich naiv zu glauben, dass demnächst die Commerzbank pleite geht und das einen selbst aber nicht angeht. Wir sprechen hier nicht von der Krise einer Bank, sondern von der Krise aller Banken.
5. Diversifiziert. Wer sein Geld in Euro verdient und spart, ist zu 100% in Euro investiert. Das heisst, das Schicksal seines Gehalts, seines Sparguthabens und auch seines Rentenanspruchs ist auf Gedeih und Verderb an den Euro gekoppelt. Das bedeutet de facto, dass wenn es den Euro nicht mehr gibt, dass es auch den Euer Geld nicht mehr gibt. Diversifiziert! Ich selbst würde keinen Cent in Yen, GB-Pfund, den Schweizer Franken, den US-Dollar oder den Euro investieren. Wer Währungen mag, sollte sich vorher über die Zinssätze der Zentralbanken der jeweiligen Währungen informieren. Je höher der Zinssatz, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass die Bank irgendwann beginnt, Geld zu drucken. Wer Metalle mag, sollte sich vor allem auf die mit dem Präfix Edel- fokussieren.

To be continued...

Dienstag, 15. November 2011

Anitápolis

Dem aufmerksamen Beobachter mag es bereits opportun erscheinen, die ausschließliche Existenz von Städten, die mit Vornamen beginnen, zu postulieren. Dem ist aber nicht so.


Frisch erholt zurück aus Anitápolis kann ich mit einigen netten Fotos aufwarten, die die Idylle zeigen, in der sich der "Recanto das Cachoeiras" verliert.

Um das Ganze passend zu untermalen, schlage ich zunächst vor, im Hintergrund Edvard Griegs Morgenstimmung zu lauschen, zB durch Starten des folgenden Videos. Das macht das Ganze irgendwie pathetischer.

Auf dem Hinweg sind wir durch Serra gefahren und haben in der Nähe der verbrannten Ranch (der Ort heißt "Rancho Queimado" und ja, da hat wohl einst die Ranch gebrannt).
Ein Blick nach Links und Rechts offenbart hier bereits die sich androhende angenehme Ruhe, die nur durch die 2 Kühe im Bild sowie die Hauptverkehrsstraße im Rücken (nicht im Bild) gestört wird.




Angekommen, sehen wir hier den Blick von unserm Chalê (oben) auf das Hauptgasthaus der Familie Weber & Rieg (unten) sowie das Gleiche, nur andersrum.




Hier ein paar Bilder von der Landschaft. Ich weiß nicht (und will auch nicht wissen), wer von Euch frühs mit verstopfter Nase aufwacht, aber ich kann Euch sagen, dass das dort nicht passiert. Es mangelt offenbar eindeutig an "Grundsubstanz", gewissermaßen Kondenspartikeln, um den Prozess in Gang zu setzen.










Das Essen ist alles selber angebaut und gemacht. Beim Frühstück sehen wir von unten nach oben:
Kuka (sowas wie Streuselkuchen, vermutlich eine eingeportugiesischte Version von "Kuchen")
Acucar mascavo (brauner Zucker)
Maniokbrot
Doce de Leite (Karamel mit Milch)
Krapfen, Butter, Krapfen,
"Schmier" (ein quarkähnlicher wie der Namen schon vermuten lässt "Schmier"-Käse)
Rahm
Salami und weißer Käse



Hier das Buffett vom Sonntag, mit Lamm & Huhn, natürlich selbst großgezogen...



Natürlich gibt's wie auf jedem Bauernhof auch Tiere, z.B. Hasen.



Aber auch Katzen...


...und Riesenfalter


Der hier fühlt sich anscheinend geblitzdingst:

Aber das Prachtexemplar ist wohl jener hier:

Das sind 10cm Minimum. Unsere Nachbarn haben von einer Spinne berichtet, die abgesehen davon, dass sie so groß ist wie unser gelber Falter hier, auch noch giftig ist und - jetzt kommt's - sich auf die Hinterbeine stellt, wenn Sie sich bedroht fühlt.

Vielen Dank, Frau Weber und Herr Rieg!


Herr Gabriel Rieg, hier links im Bild, spricht übrigens deutsch, falls es Euch auch mal nach Ruhe oder Riesenfaltern ist...